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Solarpark am Rosenkippel

Unsere Einschätzung

27. Jul. 2020 –

Um was geht es?

Das Unternehmen Trianel, Aachen, plant in Idstein im Bereich auf dem Bergrücken südlich des Rosenkippels westlich der A 3 einen Solarpark auf Flächen zu errichten, die derzeit noch ackerbaulich genutzt werden. Geplant ist ein ca. 7–8 Hektar großer Park mit schräg aufgeständerten Modulen, die mit Zwischenabstand in Reihen installiert werden und nach Süden ausgerichtet sind. Um dies zu ermöglichen, muss ein Bebauungsplan aufgestellt und durch die städtischen Gremien beschlossen werden.

Warum wir Idsteiner Grünen den Solarpark unterstützen

Wie bei allen Großprojekten dieser Art gibt es sachliche Argumente dafür und dagegen, wobei es letztlich auf die Abwägung ankommt. Diese Abwägung ergibt aber aus unserer grünen Sicht ganz klar eine Befürwortung des Projekts:

  • Aus Gründen des Klimaschutzes ist dieser Solarpark für Idstein unverzichtbar – es wird einen nennenswerten Anteil des Idsteiner Stromverbrauchs (rechnerisch) emissionsfrei erzeugen können.

  • Die teilweise befürchtete optische Beeinträchtigung wird vernachlässigbar sein – insbesondere weil die Module nicht in Richtung Idstein-Kern oder Ober-/Niederauroff sondern (natürlich) nach Süden ausgerichtet und nicht-reflexiv sein werden. Es wird also keine Spiegelungen o. Ä. geben, die in Idstein zu sehen wären – lediglich eine entfernte Seitenansicht auf die Module auf einer Ständerkonstruktion, die durch andere optische Eindrücke überlagert wird. Z. B. beeinträchtigt der Mast auf dem Rosenkippel die Sicht deutlich mehr.

  • Es wird nur eine minimale punktuelle Flächenversiegelung des Bodens durch die Pfosten der Einfriedung und die Ständerkonstruktion der Module geben. Der Boden wird also weitgehend gar nicht versiegelt; durch die Reihenabstände zwischen den Modulen kann Regenwasser abfließen und weiterhin im Boden versickern. Lichteinfall auf den Boden findet statt. Eine schattenverträgliche Einsaat wird eine Pflanzendecke erzeugen, die den Biotopwert im Vergleich zu einer intensiven Landwirtschaft jedenfalls nicht mindern wird. Für die Fauna wird diese Fläche unter den Modulen jedenfalls mehr bringen als eine Ackerfläche. Naturschutzbedenken sollten also bei diesem Projekt keine relevante Rolle spielen.

  • Eine landwirtschaftliche Nutzung der Fläche ist natürlich nicht mehr möglich – dies ist das einzige wirklich wesentliche Argument, das gegen den Solarpark sprechen würde. Aber auch dieses relativiert sich, wenn man folgende Aspekte dabei berücksichtigt:

Ein solcher Solarpark ist nur mit dem Einverständnis der Grundstückseigentümer/innen realisierbar. Da der Projektierer Trianel den Antrag auf einen Aufstellungsbeschluss für einen (rechtlich notwendigen) Bebauungsplan gestellt hat, muss das Einverständnis der Eigentümer/innen schon vorliegen – sie wollen also den Solarpark (und erhalten dafür sicherlich eine entsprechende Pachtzahlung)!

Bei den Ackerflächen handelt es sich nicht um hochwertige Böden, wie man sie z. B. im Goldenen Grund findet. Bei hochwertigen Ackerböden, die eventuell auch der lokalen Nahrungsmittelproduktion dienen, wäre die Entscheidung deutlich schwieriger.

Auch das Argument, dass man zuerst Dachflächen oder andere große versiegelte Flächen heranziehen sollte, „zieht“ nur teilweise: Wir brauchen – auch angesichts der „Elektrifizierung“ des Verkehrs und der Heizwärmeerzeugung (Wärmepumpen) zukünftig auch weiterhin deutlich mehr regenerativen Strom, der primär aus Windkraft und Photovoltaik kommen muss und wird. Der Solarpark mit einer Fläche von 7–8 Hektar und einer Netto-Modulfläche von rund 5 Hektar oder 50.000 m² wäre theoretisch auch mit Hausdach-Solaranlagen machbar – allerdings wären dafür bei einer schon hoch gegriffenen durchschnittlichen Größe von 70 m² für eine Hausdachanlage allein rund 700 Hausdächer in Idstein nötig! Diese 700 Einzelanlagen werden in Idstein in absehbarer Zeit nicht kommen. Außerdem ist ein Solarpark volkswirtschaftlich auch wesentlich sinnvoller und effizienter: Bei Hausdachanlagen mit wenigen Kilowatt Leistung muss man mit Kosten von rund 1.500 EUR pro Kilowatt Spitzenleistung rechnen. In dem geplanten Solarpark kann man ein Kilowatt für weniger als die Hälfte bereitstellen.

Anmerkung: Um die notwendigen Kapazitäten an regenerativem Strom – auch dezentral – in Deutschland bereitzustellen, muss bei der Photovoltaik natürlich zweigleisig gefahren werden – Strom aus Solarparks und von Hausdächern, nicht Solarpark oder Hausdächer muss die Zielsetzung sein.


  • All die Bedenken, die jetzt schon gegen den Solarpark kommen, werden übrigens im Verlauf des weiteren Verfahrens zur Aufstellung des Bebauungsplans nochmals detailliert dargestellt und bewertet werden, da in diesem Rahmen ein entsprechender Umweltbericht gefertigt werden muss.

  • Auch die Stadt Idstein wird von dem Solarpark profitieren: Für die Inanspruchnahme der städtischen Wege wird es eine (kleine) Pachtzahlung geben und mittelfristig ist mit einer gewissen Gewerbesteuereinnahme zu rechnen, da 70 % der Gewerbesteuer bei der Standortkommune Idstein verbleiben.

Außerdem haben wir als Grüne einen Antrag gestellt (der auch beschlossen wurde), dass es nach Möglichkeit eine Beteiligungsmöglichkeit an dem Solarpark für die Idsteiner Bürgerinnen und Bürger geben soll. Wenn sich dies realisieren lässt, kann also die gesamte Stadtgesellschaft nicht nur ökologisch sondern auch finanziell von diesem Solarpark profitieren.

 

Also in der Gesamtabwägung aller Argumente:

Ein klares Ja für den Solarpark.

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