Neue Stolpersteine in Idstein verlegt

Dank den Initiator*innen!

24. Okt. 2019 –

Am 23. Oktober verlegte der Künstler Gunter Demnig vier neue "Stolpersteine" in der Idsteiner Altstadt. Schüler*innen der 10. Klasse der Pestalozzischule hatten im Geschichtskurs mit ihrem Lehrer Stefan Nies die Lebensgeschichten von Idsteiner Jüdinnen und Juden während der Zeit des Faschismus recherchiert. Betroffen über ihre Lebensgeschichten engagierten sich die Jugendlichen, um die Verlegung von Stolpersteinen im Pflaster vor dem letzten Wohnort der Ermordeten zu ermöglich. 

Einer dieser Orte ist in der Wiesbadener Straße 22. Dort lebte Ruth Löwenstein mit ihren Eltern bis zum 10. November 1938. In der Nacht zuvor, in der Reichsprogromnacht, waren auch in Idstein die Häuser und Geschäfte jüdischer Mitbürger*innen zerstört worden. Die 16-jährige Ruth zog mit ihrer Mutter Bertha Löwenstein und ihrem Vater David Löwenstein in die Niederlande, wo bereits eine Schwester lebte. Leider entging die Familie auch dort nicht der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Ruth Löwenstein wurde gemeinsam mit den von ihr in Holland betreuten Kranken eines psychiatrischen, jüdischen Krankenhauses und 40 weiteren Krankenschwestern nach Auschwitz deportiert und dort am 25. Januar 1943 ermordet. Ihrer und ihrer ebenfalls ermordeten Eltern wurden in der Wiesbadener Straße mit einer kleinen Gedenkveranstaltung gedacht. Ein weiterer Stein wurde für Jonas Blum in der Schlossgasse verlegt. 

Die Verlegung der Steine wurde durch Spendenaktivitäten der Schüler*innen und durch private Spenden ermöglicht. Der Künstler Gunter Demnig, der die Gedenktafeln im Boden verankerte, hat bisher annähernd 73.000 Stolpersteine in Deutschland verlegt. Auch in Idstein liegen bereits früher von ihm gestaltete Messingplatten, sie erinnern in der Fußgängerzone an das Schicksal der von dort vertriebenen und ermordeten Mitbürger*innen.

Die Idsteiner GRÜNEN sind erschüttert über diesen schlimmen Teil der Idsteiner Geschichte und betroffen vom Schicksal der Familie Löwenstein sowie Jonas Blums. Diese Idsteiner haben in unserer Heimatstadt viel Leid erlebt und ein grausames Ende gefunden. So etwas darf nie wieder passieren! Die GRÜNEN Idsteins setzen sich dafür ein, dass sich die Entscheidungsträger*innen und Bürger*innen diesem schrecklichen Teil der Idsteiner Geschichte stellen und diesen aufarbeiten. Wir sind den Opfern des Faschismus ein würdiges Andenken schuldig! Die Stolpersteine sind ein guter Anfang. Unser Dank gilt den Initiator*innen.

 

 

 

 

 

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